aki Katholisches Akademikerhaus
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*«Der gute Mensch von Sezuan» von Bertolt Brecht

17.05.2019, 19.30

Theateraufführung und Werkstattgespräch

Theater im aki will zum Wesen des Menschen, zum Mysterium seiner Existenz vordringen

Im aki-Jahreslauf ist es eine besondere Zeit, wenn die akitiv-Aufführungen das Haus prägen. Dann lebt das Gebäude von anderen Geräuschen. Die Öffnungszeiten verschieben sich. Theater im aki schielt nicht nach dem raschen Erfolg, dem modischen Trend oder der Sensation. Es will zum Wesen des Menschen vordringen, zum Abenteuer und Mysterium seiner Existenz. Das aki versteht sich als Lebens- und Entwicklungsraum. Ein glaubwürdiges, kämpferisches, am geistigen Menschen orientiertes Theater, das grossen Wert legt auf das Ringen im Team, darf darin einen festen Platz einnehmen. Die Fragen, woher der Mensch stammt und wohin er geht, sind Urthemen der menschlichen Existenz, sind existenzielle Sinnfragen. Sie besitzen eine spirituelle Dimension. Das aki will Theater ermöglichen, welches sich diesen Fragen öffnet und sie eindringlich stellt.

Hingebungsvolles, variantenreiches Spiel

Heuer gibt das Theater «akitiv» unter der Regie von Christoph Betulius Bertolt Brechts «Der gute Mensch von Sezuan». Das Stück gibt zu denken, das Ensemble spielt hingebungsvoll und variantenreich. Die lange Aufführung hält die Spannung durch. Sie bietet Augenweiden. Sie besticht durch überzeugend komponierte Kleinszenen, vielstimmige Gruppensituationen und packende Musik. Die jungen Laienschauspielerinnen und -schauspieler schenken dem Publikum auf den wenig bequemen Stühlen einen hinreissenden Abend.

Ambivalenz des Guten

Die Härte und Hintergründigkeit des Stücks faszinieren. Von den Fragen, welche die Inszenierung herausarbeitet, werden wohl viele Menschen im Laufe ihres Lebens herausgefordert: Wieweit ist es möglich, in einer verderbten Welt gut zu sein? Kann ich gleichzeitig Mitleid zeigen und ökonomisch kompetitiv sein? Welche Motivationen liegen meinem Wunsch, gut sein zu wollen, zugrunde? Vielleicht auch fragwürdige, höchst ambivalente?

Religiöse Anklänge

Uraufgeführt wurde das Stück im Jahre 1943. Es ist gut gealtert. Überraschend, wie offensichtlich Shen Te auf den Messias wartet und wie viele religiöse Anklänge das Werk aufweist. Die Theologie, welche im aki gelebt wird, bekundet keine Mühe mit der religiösen Kritik, die in diesem Stück zur Sprache kommt.

Heute Abend sprechen wir nach der Aufführung in einem Werkstattgespräch mit den Theaterleuten vom "akitiv".

Weitere Termine: 15., 18. und 24. Mai 2019 (jeweils ohne Werkstattgespräch)