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*A propos de Joye

15.03.2019, 19.30

Film von Isolde Marxer

Basel anfangs des letzten Jahrhunderts. Die Jesuiten sind in der Schweiz verboten. Doch Joseph Alexis "Abbé" Joye glüht vor missionarischer Leidenschaft. Seit 1886 wirkt der gebürtige Fribourger in der Humanistenstadt. Vor allem die jungen Leute liegen ihm am Herzen. Er geht unkonventionell vor. Begeisterter Fotograf ist er bereits. Nun zieht ihn auch die Filmkunst in ihren Bann. Er betreibt das erste feste Kino in Basel, sammelt Filme und setzt sie in seiner Arbeit ein. Heute gilt seine Sammlung als eine der weltweit wichtigsten und grössten Filmkollektionen aus der Anfangszeit des Kinos.

Vor hundert Jahren, am 1. März 1919, ist Joye in Basel gestorben. Begraben liegt er auf dem Friedhof des Lassalle-Hauses in Bad Schönbrunn. Das aki gedenkt ihm mit dem Dokfilm "A propos de Joye". Darin geht die Filmemacherin Isolde Marxer in ihrer Recherche den Spuren dieser Figur nach. Die Archive geben Details zu seinen unkonventionellen Methoden, Ansichten und Geheimnissen preis. Als der Film 1996 in den Kinos lieft, schrieb der Filmkritiker Franz Ulrich: "Isolde Marxers ‚à propos de Joye' ist weder Dokumentar- noch Spielfilm- oder beides zugleich. Und es ist kein Porträt im üblichen Sinn, denn Abbé Joye wird zum Anlass genommen, um inhaltliche und visuelle Bezüge zwischen seiner Zeit und heute zu schlagen und um die Bedeutung von Religion und Sakralem in unserer Gegenwart zu thematisieren. Dabei scheint die Regisseurin mindestens eine Lektion von Joye gelernt zu haben: nicht trocken theoretisieren, sondern auf die sinnliche Wahrnehmung vertrauen. Und ein besonderer Reiz dieses Films besteht natürlich in den Filmbeispielen der Joye-Collection aus der Frühzeit des Films, als die Bilder noch unbekümmert und unverbraucht waren. Sie dienen nicht nur der Auflockerung, sondern sie nehmen die angesprochenen Themen auf, spiegeln, variieren und verulken sie. Dass dieses assoziative Spiel, das den ganzen Film prägt, so verschmitzt und anregend funktioniert, ist wohl vor allem ein Verdienst der raffiniert ausgeklügelten Montage von Jürg Hassler."