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Exerzitien. "Du schaffst meinen Schritten weiten Raum" (Psalm 18)

Exerzitien

Sonntag, 24. Juni 2012, 18.30 h, bis Samstag, 30. Juni 2012, 09.00 h

Ort: Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn, 6313 Edlibach bei Zug (www.lassalle-haus.org)

2012-06-24: Exerzitien.

Wer sich in der Stille mit gesammelter Aufmerksamkeit vorantastet, im Blick auf den Gekreuzigten und Auferstandenen, darf wie damals die Psalmendichter erfahren, dass Gott, der ganz Andere, die Sicht auf neue Räume und Möglichkeiten freigibt. Es wird möglich, wirkliche und scheinbare Mauern zu überwinden.

Begleitung: Franz-Xaver Hiestand SJ und Elisabeth Fink-Schneider (Psychologin und Theologin)

Mitnehmen: Gute Schuhe und Musikinstrumente
Kosten: SFr. 250.00 (oder nach Absprache mit F.X. Hiestand SJ) für Studierende und Nicht-Verdienende), SFr. 963.00 für Verdienende.
Anmeldung bis am Donnerstag, dem 21. Juni, bei franz-xaver.hiestand@aki-zh.ch

Zu Exerzitien allgemein:
Das Wort "Exerzitien" klingt streng. Manche denken dabei an das "Exerzieren" in der Armee, das eigentlich "Üben" hiess, aber oft Vorgesetzten dazu diente, die Untergebenen zu schikanieren. Tatsächlich sind auch Exerzitien Übungen; aber keine stumpfsinnigen, sondern sie helfen, den Blick unserer inneren Augen zu schärfen, so wie andere Übungen das Seh-Vermögen unserer äusseren Augen trainieren.

Der Schöpfer der Exerzitien, der Baske Ignatius von Loyola, war davon überzeugt, dass sich ihm Gott mehrmals unmittelbar mitgeteilt hat. Er wollte sich jedoch nicht egoistisch von seinen Gotteserfahrungen beschwingen lassen, sondern diese anderen Menschen zugänglich machen. Zu diesem Zweck erarbeitete er verschiedene Übungen und nannte diese "Exerzitien".

Exerzitien ermöglichen uns, vom Alltag Abstand zu nehmen. Sie helfen uns, Distanz zu all unseren Verpflichtungen und Sorgen zu gewinnen. Sie dienen uns, wenn wir uns eingehender fragen möchten: "Wo bin ich in der vergangenen Zeit eigentlich hingelaufen?" Sie dienen uns, wenn wir unseren Kompass neu ausrichten möchten; wenn wir uns tiefer in die Grundbotschaften des Evangeliums einwurzeln möchten oder wenn wir vor einer wichtigen Entscheidung stehen und diese Entscheidung auf christlicher Grundlage fällen möchten.

Wer sich verbindlich auf Exerzitien einlässt, bleibt während der Dauer dieser Exerzitien im Schweigen und nimmt täglich an der Eucharistiefeier teil. Sie oder er meditiert mit anderen bald alleine, bald gemeinsam mit Leib und Seele, erhält neue Impulse und setzt diese in den folgenden Tagen individuell um. Einmal pro Tag trifft sie oder er sich mit der Begleit-Person, um die Impulse mit dem eigenen Leben tiefer in Einklang zu bringen. Das Meditieren von Bibelstellen und dichterischen Texten hilft, eigene Saiten zum Schwingen zu bringen. Wer Exerzitien macht, vertieft sich in das eigene Leben und dasjenige des Menschen aus Nazareth. Der Exerzitand, der das Leben Jesu betrachtet, liest auch das eigene Leben besser; und die Exerzitandin, die das eigene Leben tiefer erfasst, versteht auch das Leben Jesu tiefer.