Zum Film "vol spécial" mit Gespräch
Gewinner Preis der ökumenischen Jury Locarno 2011!
Sonntag, 9. Oktober 2011, 11.00 h
Ort: Kino RiffRaff, Neugasse 57-63, 8005 Zürich
Besuch des Films und Gespräch mit Dr. Charles Martig und Benjamin Ruch. Offen für alle Interessierten!
In der Schweiz leben mehr als 200'000 Menschen in ständiger Angst: Ohne ein Verbrechen begangen zu haben, riskieren sie, gefesselt, mit Handschellen versehen und geknebelt per Sonderflug abgeschoben zu werden. Die Behörden des Staates, in dem sie sich ein neues Leben aufgebaut und eine Familie gegründet haben, können sie von heute auf morgen des Landes verweisen. Warum? Weil sie keine Papiere haben. Jedes Jahr werden Tausende von Männern und Frauen in eines der 33 Schweizer Ausschaffungsgefängnisse gebracht und bis zu zwei Jahre inhaftiert. Regisseur Fernand Melgar hat sich in die Haftanstalt Frambois in Genf, der Hauptstadt der Menschenrechte, begeben.
Der Dokumentarfilm "Vol spécial" erhält den diesjährigen Preis der Ökumenischen Jury der christlichen Kirchen am 64. Filmfestival von Locarno. Der Film zeigt die Hoffnungen und Ängste der Menschen im Genfer Ausschaffungszentrum Frambois.
"In seiner berührenden und authentischen Dokumentation führt Fernand Melgar das Publikum an einen Ort, den Normalbürger niemals zu Gesicht bekommen: in das Ausschaffungszentrum Frambois, in dem Hoffnungen und Ängste unterschiedlichster Menschen kulminieren", schreibt die Ökumenische Jury in ihrem Communique über den Schweizer Film "Vol spécial". Angestellte als auch Insassen verhielten sich "menschlich unter unmenschlichen Umständen"; sie werden "als Individuen erfahren, die ihre eigene Familie, ihre Religion und ihre je eigene Würde haben", begründet die Jury weiter.
Das Asylgesuch der Menschen, die im Ausschaffungszentrum Frambois leben, wurde abgelehnt. Bis zu 24 Monaten kann die Haft dauern und der Bescheid für die Ausschaffung kommt ohne Vorwarnung. Auf der einen Seite die Wärter, die humanistische Werte vertreten, auf der anderen Seite Menschen, die jeden Tag mit ihrer Ausschaffung rechnen müssen. Der Kontakt mündet meist in Hilflosigkeit und Demütigung. So beschreibt das Filmfestival von Locarno den Dokumentarfilm "Vol spécial". Die Verzweiflung in dieser Ausnahmesituation hat einen Namen: Sonderflug.
Kontroverse um den Film:
www.medientipp.ch/index.php?PHPSESSID=vub5c7p7b2p1lqbag0rji6s7b6&na=4,4,0,0,d,,,,,24606
Homepage Film:
www.volspecial.ch/de/home
Trailer:
www.youtube.com/watch?v=SS9CWESMHUI
Wir sehen den Film gemeinsam und reden anschliessend mit Dr. Charles Martig und dem Theologen Benjamin Ruch über die filmästhetischen und sozialpolitischen Aspekte des Films. Dr. Charles Martig ist Theologe, Filmpublizist und Geschäftsführer des kath. Mediendienst und hat über Lars von Trier promoviert.
Sonntag, 9. Oktober 2011, 11.00 h (Kino RiffRaff, Neugasse 57-63, 8005 Zürich)
Anschliessend Gespräch zum Film
Film-Besuch im Kino RiffRaff, Beginn 11.00 Uhr. Anmeldung bis am Freitagmittag, 7. Oktober an:info@aki-zh.ch; Gesprächsbeginn anschliessend im Kino RiffRaff
Leitung
Adrian Marbacher SJ
Referierende
Dr. Charles Martig, Benjamin Ruch,
Anmeldeschluss
Sonntag, 09.10.2011